Unterschenkelgeschwüre

 Entstehungsursachen
 Risikogruppen
 Symptome
 Lokalisierung
 Beim wem Rat holen
 Welche Behandlung
 Vorbeugung


Entshehungsursachen

Entstehungsursachen von Unterschenkelgeschwüren sind unterschiedlich, innerlich kompliziert und fast ausschließlich der endogen-innerer Herkunft.

Zweifellos jedoch besteht die häufigste Entstehungsursache von Unterschenkelgeschwüren in venöser Hypertonie und Aorteninsuffizienz.

Andere mögliche Ursachen von Unterschenkelgeschwüren:

  • Arterielle Hypertonie: nekrotische Gefäßhautentzündung – Necrotic angiodermatitis (Martorell-Syndrom),
  • Infektionen: Knochenmarkentzündung, Tuberkulose, Pyoderma gangraenosum, Lepra, Insektenstiche
  • Gefäßentzündung: Polyarteriitis nodosa, rheumatoide Arthritis
  • hämatologische Störungen: hämolytische Anämie, fibrynolytische Störungen
  • neurologische Störungen: Entzündung der grauen Substanz des Rückenmarks, periphere Neuropathie (Diabetes)
  • Tumore: Basalzellen-Mischtumor (Marjolin-Geschwür), Melanom, Kaposi-Sarkom, Lymphom

Auftreten

  • 75 % aller Gefäßunterschenkelgeschwüren wird der venösen Hypertonie zugeschrieben - venöse Geschwüre
  • 15%, außer der venösen Hypertonie, entsteht auch infolge der Arteriosklerose – Mischgeschwüre
  • 10% bilden arterielle Geschwüre

Venöse Geschwüre entstehen infolge der stark benachteiligten Leistung vom Venengefäßsystem des Beins. Bei fortgeschrittener Veneninsuffizienz der unteren Extremitäten kommt es zu Störungen des Venenkreislaufs und Beschädigung von Venenklappen – was zur Stauung des Bluts und dessen erhöhtem Druck in Venengefäßen führt. Die Klappen kontrollieren den Durchfluss des Blutes in der Weise, damit es nur in die Herzrichtung strömt und nicht zurückfließt. Bei Beschädigung und fehlerhaftem Funktionieren der Klappen läuft das Blut wieder in die untere Extremität. Der Blutdruck im Venensystem steigt und verursacht bei vernachlässigter Behandlung die Beschädigung weiterer Klappen und Oberflächenvenen. Die Venenwände verlieren ihre Elastizität und Spannkraft, schwellen an. Für Bedürfnisse der Behandlung und Vorbeugung der erneuten Entstehung von Geschwüren ist die Feststellung von Stellen der Veneninsuffizienz von enormer Bedeutung.

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Risikogruppen

 

  • Adipositas
  • Arbeit im Sitzen oder Stehen, die zur Blutstauung in Venen der unteren Extremitäten führt
  • genetische Faktoren – Auftreten von Krampfadern bei Eltern
  • Alter, am meisten sind Personen nach dem 60. Lebensjahr gefährdet
  • Geschlecht, statistisch gesehen treten Krampfader häufiger bei Frauen, als bei Männern auf
  • Anzahl von Schwangerschaften (je mehr, desto höheres Risiko der Entstehung von Krampfadern)
  • Verstopfung
  • Plattfuß
  • oral verabreichte Antibabypillen
  • hohe Körpergröße

Symptome

Anfangsetappe der Veneninsuffizienz: Schmerzgefühl der Beine, besonders in Abendstunden, Entstehung von sog. Besenreisern und retikulären Venen. Die nächste Entwicklungsetappe der Krankheit sind: auftretende Ödeme um die Knöchel, dann Ödeme am ganzen Unterschenkel. Anfangs lassen die Ödeme nach der nächtlichen Erholung nach, später sind sie dauerhaft. Mit der Zeit können Krampfadern, also feste Erweiterung von Oberflächenvenen, entstehen.

Bei fortgeschrittener Insuffizienz vom Venensystem der unteren Extremitäten treten auch trophische Hautveränderungen auf, also Verfärbungen, Hautausschläge und Verhärtungen. Dann kommt es zum Jucken, Ekzemen, Beschädigungen der die Krampfadern bedeckender Haut, was unvermeidlich zur Entstehung von schwerheilenden Wunden, genannt als Unterschenkelgeschwüren, führt.

Lokalisierung

  • Typische Venengeschwüre befinden sich über dem Innenknöchel des Unterschenkels.
  • Kreislaufbedingte (arterielle) Geschwüre befinden sich am Rücken von Zehen, Ferse oder vorderer Unterschenkeloberfläche.
  • Rheumatische Geschwüre umfassen am häufigsten die seitliche und hintere Oberfläche der distalen Unterschenkelteils, sowie die Gegend des Sprunggelenks.

Beim wem Rat holen

Natürlich in erster Reihe beim Hausarzt, der eine Überweisung zum Chirurgen gibt. Derzeit ist die beste Diagnostikmethode von Veneninsuffizienz die Ultraschalluntersuchung mit buntem Doppler.

Welche Behandlung

Bei Geschwüren, die die Folge von fortgeschrittener Veneninsuffizienz, Unterschenkelödemen, nicht behandelten Krampfadern bilden, wird standardmäßig das vielseitige Behandlungsmodell angewandt, das folgendes umfasst:

  • örtliche Wundbehandlung – Behandlung mit Verbänden,
  • Kompressionstherapie – Behandlung mit Binden oder Spezialstrümpfen,
  • Pharmakotherapie – Behandlung mit Pharmazeutika – Arzneimittel,
  • und endgültige Beseitigung des venösen Reflux – chirurgische Behandlung.

Die örtlichen Maßnahmen haben die Beschleunigung der Reinigung von Geschwüren aus nekrotischen Geweben, sowie Anregung des Heilungsprozesses zum Zweck. Ziel der konservativen Behandlung besteht in Wendung von Folgen der venösen Hypertonie, Verbesserung des venösen Rückflusses, also – Verkleinerung des Ödems. Die Grundlage der konservativen Behandlung bildet die Kompressionstherapie. Sie erhöht den örtlichen hydrostatischen Druck und vermindert den Druck in Oberflächenvenen bei Reduzierung des Transsudats aus Gefäßen. Dank sukzessiver Kompression wird die Durchblutung in Venen des tiefen Systems beschleunigt. Ein äußerst wichtiges Element der konservativen Behandlung ist die Pharmakotherapie.

Die Behandlung von Unterschenkelgeschwüren ist schwer und mühsam, deshalb, um Kosteneinsparungen und Erfolg zu sichern, muss sie auf ehrlicher und systemischer Zusammenarbeit des Patienten mit dem Arzt beruhen.

Vorbeugung

Faktoren, auf die der Mensch Einfluss hat, sind GEWICHT und LEBENSWEISE.

GEWICHT:

  • Abnehmen

LEBENSWEISE:

  • mehr körperliche Aktivität, insbesondere Spaziergänge, Fahrradfahrern, Schwimmen. Körperliche Aktivität bewirkt die Ingangsetzung der sog. „Wadenpumpe“. Beinmuskelkrämpfe regen den Venenkreislauf an und drängen das Blut in die Herzrichtung durch – das Blut verbleit nicht in den Venen.
  • Sorge um sich selbst auf dem Arbeitsplatz, insbesondere, falls man die ganze Zeit sitzen – Fußbänke, Vermeidung des längeren Verbleibens ohne Bewegung – sitzen oder stehen – bleibt. Ausführung von Übungen zur Ermöglichung der Arbeit von Wadenmuskeln – z.B. Marschieren im Stehen auf der Stelle, Rückenbeugung des Fußes beim Verbleben im Sitzen.

Falls es schon zu Störungen im Mikrokreislauf kommt, kann eine Korrektur durch Anwendung von fertigen Kompressionsprodukten:

  1. Kniestrümpfe
  2. Strümpfe
  3. Krampfaderstrümpfe

und Pharmakotherapie – immer eingeleitet durch Beratung mit dem Arzt oder Pharmazeuten, eingeführt werden.