Erfolgreiche Behandlung von chronischen Wunden

Elżbieta Szwałkiewicz 

Landesberaterin im Bereich der Krankenpflege von chronisch Kranken und Behinderten

„Auch der modernste, am besten an die Wunde angepasste Verband wird den Heilungsvorgang der Wunde nicht unterstützen, wenn keine zusätzliche Bedingungen, welche die körperliche Regeneration begünstigen, erfüllt werden.”

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Das sind:

  • richtige Körperhygiene,
  • Sicherung der Haut vor der reizenden Harnwirkung,
  • entsprechendes Bett, Matratze, Bettwäsche und Unterwäsche,
  • Druckbeseitigung am diesen Körperteil, wo sich Dekubitus befindet,
  • sichere Verlegung und Legung des Körpers,
  • entsprechende Ernährung und Bewässerung.

Moderne technische Lösungen und Technologien ermöglichen sichere Ausführung von Hygienemaßnahmen, auch bei vollständig immobilen Personen mit einer sehr empfindlichen Haut, ohne Risiko und Anstrengung, die mit deren Verlegung verbunden sind. Auf dem Markt ist ein breites Spektrum der Pflegemittel und Geräte, die Hygieneerhaltung unterstützen, erhältlich. Wenn wir mit ausgetrockneter (häufiges Waschen mit Seife), geschwächter, mazerierter Haut, die auf Wirkung der reizenden Faktoren ständig ausgesetzt ist, zu tun haben, ist die alltägliche Prüfung des Hautzustands auf allergische Reaktionen notwendig. Richtige Wasch- und Pflegemittel für die menschliche Haut sind diese, die bei empfindlicher, gereizter Haut verwendet werden dürfen, und feuchtende, fettende und flexibilisierende Eigenschaften aufweisen. Sie sollen die Symptome des Entzündungszustands mildern, die Haut einfetten und vor reizenden Faktoren, wie Harn, schützen. Bei gereizter und juckender Haut darf keine Seife verwendet werden, sondern milde Waschmittel (in Milch- oder Schaumform). Empfohlen ist die Nutzung von Kosmetika möglichst ohne allergische Reaktionen. Es sind Wasch- und Pflegemittel zu verwenden, die als Sets von derselben Firma hergestellt werden, weil es diese Situation verhindert, wo Produkte mit verschiedenen chemischen Inhaltsstoffen miteinander in schädliche Reaktionen kommen. Wir waschen nur das Umfeld in der Nähe der Wunde und prüfen den Verbandzustand sowie Sicherung der Wunde vor Verschmutzung oder Begießen während der Hygienemaßnahmen.

Der für den Patienten und seiner Umgebung unangenehmer Harngeruch ist durch richtige Auswahl der Saugmittel und deren entsprechend häufigen Wechsel – durchschnittlich 4 Mal pro Tag – auszuschließen. Beim Wechsel ist auch die Haut am Unterbauch, Genitalien, Damm und Gesäß zu reinigen.

Der Patient, der vom Liegen nicht zum Sitzen wechseln kann, kann traditionell im Bett oder auch mit Verwendung einer fahrbaren Wanne gewaschen werden. Die Wanne wird zum Saal des Patienten gefahren. Ihre Seitenwand wird gesenkt und dem Bett entlang gestellt. Dann wird der Patient mit Hilfe eines Tuchs oder Platte zur Gleitverlegung (vorher ausgezogen und abdecken) in die Wanne geschoben. Wenn der Patient am Tropf, Monitor, Beatmungsgerät hängt, wird das Bad im Saal am Bett durchgeführt. Das ist möglich, wenn an die Armatur am Waschbecken (im Saal befindlich) ein Schlauch mit Duschendung mit entsprechender Länge angebracht wurde. Ähnlich soll dieselbe Länge der Abflussschlauch haben, damit der spezielle Abfluss unter dem Waschbecken erreicht werden kann. In einer Situation, wo der Patient den Saal verlassen darf, wird er in der Wanne zum Badezimmer mit Dusche transportiert. Der Abflussschlauch wird in den Abwasserabfluss eingeführt. Bad im Liegen darf auch in einer Wanne mit einstellbarer Höhe ausgeführt werden. Die Person, die sich nicht bewegen kann, wird (nach Ausziehen und Abdecken) mit Gleitmethode auf eine Sonderhebevorrichtung, die einer Wagen- Trage ähnelt, geschoben. Nach Transport des Patienten ins Badezimmer, wird die Hebevorrichtung die Wanne befahren, die auf die Höhe des Pflegers gehoben wird (elektrisches Mechanismus mit Fernbedienung), so dass er sich nicht neigen muss. Dann wird die Hebevorrichtung mit dem Patienten auf den Wannenboden gesenkt. An den meisten Wannen ist auch eine Hydromassageanlage montiert. Die Hebevorrichtung hingegen hat die Möglichkeit der Verschiebung des Keilkissens, damit der Patient in einer Halbliegestellung oder im Sitzen gewaschen werden kann. Im Set mit der Wanne sind auch Stuhlhebevorrichtungen erhältlich, die Personen mit Paraplegie oder gebrechlichen Personen helfen, die Wanne zu betreten und verlassen. Diese Personen dürfen sich auch selbstständig duschen, indem sie die Hebevorrichtung oder Sanitätsstuhl verwenden. Alle Anstalten für Personen mit Bewegungsorganbehinderung sollen integrierte Systeme für persönliche Hygiene haben, d.h. Anlagen zur Verlagerung, die mit Waschanlagen integriert sind.

 Bettlägerige Personen, z.B. mit Paraplegie, dürfen das Klosett selbstständig nutzen, jedoch muss man ihnen auch Bedingungen herstellen, die ihnen die Verlagerung vom Rollstuhl auf das Klosett ermöglichen. Höhe des Klosetts und des Rollstuhls müssen ähnlich sein. Seitenwände des Rollstuhls und Sicherheitsgriffe am Klosett sind verschiebbar auszuführen. Im Handgriff einer das Klosett nutzenden Person soll es auch Badeschwamm zum Waschen und Toilettenpapier zwecks Austrocknung geben.

Möglichkeit des Waschens des Intimbereiches mit laufendem Wasser ist nicht zu unterschätzen, weil der After- und Genitalienbereich mit Toilettenpapier nur schwierig zu reinigen ist. Bei Menschen im fortgeschrittenen Alter ist die Haut runzelig und deswegen ist eine genaue Reinigung aus Stuhlresten mit trockenem Toilettenpapier unmöglich, und mehrmaliges Reiben der empfindlichen und meistens ausgetrockneten Haut führt zu ihrer Verletzung. In der Toilette muss es genug Platz geben, damit eine behinderte Person mit dem Rollstuhl einfahren, sich entlang des Klosetts einzustellen und sich nach Aufhebung der Seitenlehne des Rollstuhls und des Griffs am Klosett setzen kann. Alle Menschen, ungeachtet des Gesundheitszustands und der Leistungsfähigkeit, müssen die Möglichkeit haben, die Toilette zu nutzen. Es ist nicht zu vergessen, dass beim Aufheben und Verlagerung punktmäßiger Druck gegen das Körper zu vermeiden ist, sowie die Gleitmethode und Körperumdrehung mit Anwendung einer Unterlage zu erfolgen hat. Bedarf nach Sauberkeit und besonderer Sicherheit der Haut haben vor allem Behinderte mit Harninkontinenz.

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Zu betonnen ist, dass Harn im Kontakt mit der Haut ein äußerer Reizfaktor ist, der einen Entzündungszustand verursacht. Entzündete Haut ist rot, gereizt und schmerzhaft. Häufig tritt auch gleichzeitig Schwellung, Jucken und die Oberhaut schuppt. Die Patienten versuchen das unerträgliche Jucken durch das Kratzen zu mildern, im Ergebnis trennen sie den Hautzusammenhang, was zu Wunden führt. Die Kratzer werden zur bakteriellen Infektionsstelle und führen zum verwickelten, infizierten Dekubitus.

Das erwünschte hygienische Resultat kann durch Anwendung der Einweg-Saugmittel, Sets für die Harnsammlung, fachliche Hygienemittel sowie kosmetische Schutz- und Pflegemittel erzielt werden. Das Marktangebot ist sehr breit.

Über die Auswahl der Windelhöschen, anatomischen Windel oder urologischen Einlage sollen Produkteigenschaften, wie hohe Saugfähigkeit und Inhalt den Harn bindenden Stoffs, Art der Sicherung vor Herausfließen aus der Windel, Möglichkeit der Reduzierung des unangenehmen Geruchs, sowie Möglichkeit der engen Anpassung an den Körper, entscheiden. Wichtig ist auch, dass die Saugeinlage mit einem Sondervlies abgedeckt wird, das zusätzlich den eingesaugten Harn von der Haut abtrennt.

Harninkontinenz führt zur ständigen Feuchtigkeit und Mazeration der Haut, was die Hautentzündungen, Beschädigung und im Ergebnis Dekubitus begünstigt. Deshalb ist die systematische Prüfung des Hautzustands in den auf Feuchtigkeit ausgesetzten Stellen und des Verbandszustands, sowie maximale Abkürzung der Kontaktzeit zwischen Haut und Harn notwendig.

Die Wahl des Saugprodukts ist an den Grad der Inkontinenz, Bewusstsein des Patienten, Tageszeit und Aktivität des Patienten anzupassen. Personen mit Dekubitus oder einer sehr empfindlichen, ausgetrockneten Haut mit Reizungsneigungen sollen sog. atmende Windelhöschen benutzen. Sie unterscheiden sich von anderen Windelhöschen damit, dass anstatt der Schutzfolie ein luftdurchlässiger Sonderlaminatt verwendet wird.

Bei der Pflege einer chronisch kranken Person mit Harninkontinenz sind für die Erhaltung der Sauberkeit von Bettwäsche oder zur Sicherung des Sessels hygienische Unterlagen notwendig. Es sind keine Gummi-, sondern Zelluloseunterlagen zu gebrauchen, die auf einer Seite mit der Sonderfolie zur Sicherung des Betts und Sessels vor Durchnässen bedeckt sind. Auch hier sind sog. „atmende“ Absorptionsstoffe zu verwenden. Personen mit Dekubituswunden sollen Überwärmung in zu warmer Kleidung oder schwülen oder übermäßig erwärmten Räumen, und vor allem einen langfristigen Druck gegen beschädigte Haut und Hautreiben gegen den Boden vermeiden.

Solchen Effekt erzielt man bei Verwendung von Stoffen und Geräten zur Gleitverlagerung, Antidekubitusmatratzen und -kissen, häufiger Änderung der Körperstellung, Anwendung von richtigen Grundsätzen zur Aufhebung und Verlagerung des Patienten.

Erhebliche Verringerung oder Ausschließung des Drucks gegen die Haut kann nach Ausrüstung des Betts mit Antidekubitsmatratze erfolgen:

  • Wechseldruckmatratze (sog. dynamische Matratzen), wo ein Motor die Luft in einzelne Matratzenkammer einpumpt, und sie segmentenmäßig gefüllt werden, lässt die jeweiligen Körperteile vorübergehend entlasten. Verwendung der Matratze befreit jedoch nicht von der Pflicht des entsprechend häufigen Wechsels der Körperstellung.
  • Statische Weichlagerungsmatratze, gepumpt mit Handpumpe, was Erzielung des entsprechenden Drucks ermöglicht, wodurch der Druck gegen Körperfläche gesenkt wird. Wichtig ist auch die Tatsache, dass es aus einem Stoff mit einmaliger antibakterieller Formel hergestellt wurde, der die Bakterienentwicklung hemmt und ein Geruchsinhibitor hat. Verwendung dieser Matratze hat eine prophylaktische Wirkung und beschleunigt die Heilung der schon bestehenden Wunden. Diese Matratze ist besonders bei solchen Patienten empfohlen, die von dem Geräusch des Motors an der dynamischen Matratze gestört sind.

Heilungszeit einer Dekubituswunde oder einer anderen chronischen Wunde hängt von dem allgemeinen Gesundheitszustand und richtiger Ernährung mit entsprechender Verabreichung von Eiweiß, Kalorien und Flüssigkeiten ab.